Rollenspiel: "In Nomine Satanis"

In Nomine Satanis

BLOW JOB
5. Seite
(Dämonen erwachet)

Einige Menschen besitzen ein erstaunliches sexuelles Potential; die anderen sind uninteressant.
Andrealphus, Prinz des Sex

Ettos

"Lebt er noch?" fragte jemand mit besorgter Stimme. Ein Mann. Er hörte sich weit entfernt an.
"Ich weiß es nicht", sagte ein anderer Mann. "Wann kommt denn der verdammte Notarzt?"
Ettos wachte quälend langsam auf. Er registrierte, das er naß bis auf die Knochen war. Ihm war schwindelig und er hielt die Augen geschlossen.
`Wenn du aufwachst und es sind Menschen in der Nähe, dann bleib liegen und stell dich bewußtlos. Ha, ha, ha!` Die , die ihm das geraten hatten, konnten ja so witzig sein.
"Vielleicht sollten wir versuchen ihn wieder zu beleben", sagte ein dritter. "Mund zu Mund Beatmung, oder so."
"Oh, ja", dachte Ettos erregt, aber gerade als er mit dem Kopf nicken wollte, fiel ihm wieder seine etwas prekäre Lage ein und er beherrschte sich mühsam. Seine Glieder waren zudem schwer wie Blei und er konzentrierte sich auf seine Muskeln.
"Kann jemand von euch die stabile Seitenlage?"
"Öh, nö."
"Im Auto müßte eine Anleitung liegen, glaube ich."
"Nach was stinkt es denn auf einmal so komisch hier?"
"Was?"
"Wie bitte?" dachte Ettos.
"Ja, er da."
"Wenn man dich aus dem Tümpel da gezogen hätte, würdest du auch nicht besser riechen, verdammt. Nun hol endlich einer die verdammte Anleitung!"
"Der Mann gefällt mir, er flucht", dachte Ettos. Er spürte, wie sein Körper stärker wurde.
"Der Notarzt kommt!"
Ettos hörte einen Wagen heranfahren und in der Nähe halten. Er bewegte leicht einen Finger und wagte es seine Augen einen winzigen Spalt zu öffnen.
Zwei Männer in weißen Kittel näherten sich mit eiligen Schritten. Der eine schob eine Transportbahre vor sich her, der andere kniete sich neben ihn und öffnete einen mitgebrachten, schwarzen Koffer. Der Mann griff seine rechte Hand und fühlte seinen Puls.
"Er lebt. Gut. Ich verabreiche ihm eine Spritze zur Stabilisierung. Was ist geschehen?" Der Mann kramte in seiner Tasche und holte eine Spritze und ein kleines Fläschchen hervor. Er zog die Sprize auf.
"Er ist unser Kollege und hat oben auf der Brücke gearbeitet. Er muß plötzlich das Gleichgeweicht verloren haben und ist dann in den See gestürzt."
"Wir nehmen ihn mit ins Krankenhaus. Vielleicht hat er innere Verletzungen", sagte der Mann und jagte Ettos die Spritze in den Arm.
Das war für den Dämonen das Stichwort hier ein Wörtchen mitzureden. Er hatte fürs erste genug gehört und wußte nun, wie er sich jetzt verhalten mußte. Er öffnete abrupt die Augen.
"Hilfe! Hilfe! Ich falle!" rief er, ruderte wild mit den Armen und schaute sich dann mit einem verwirrten Gesichtausdruck um. Der Mann neben ihm hielt ihn an der Schulter fest.
"Wo bin ich? Was ist los? Wer seid ihr denn alle?"
"Ich bin Arzt. Sagen Sie mir bitte ihren Namen und welcher Tag heute ist."
"Äh, ich-weiß-nicht-so-recht", antwortete Ettos langsam. "Sagen Sie es mir."
"Sie sind, soweit ich das mitbekommen habe, Streckenarbeiter und von der Brücke da hinten in den See gestürzt. Ihre Kollegen hier haben Sie gerettet, doch Sie müssen mit ins Krankenhaus. Auf den ersten Blick nichts gebrochen zu sein. Aber da Sie sich an nichts erinnern können, haben Sie wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung. Ist ihnen schwindelig?"
"Äh, ja. Ein wenig. Welcher Tag ist denn heute und wer bin ich?"
"Samstag", sagte ein Mann der neben dem Arzt stand und in einer hellorangen Arbeiterkluft steckte. Er sah sehr besorgt aus. "Dein Name ist Ralf Bauer."
"Ralf Bauer. So, so." Ettos zuckte hilflos mit den Schultern.
"Klaus!" rief der Arzt. "Komm her und hilf mir ihn auf die Bahre zu legen."
"He, ich will aber nicht ins Krankenhaus. Mir geht es schon wieder viel besser. Ich muß doch weiter arbeiten."
"Ist schon gut, Ralf. Fahr man ruhig mit und laß dich ordentlich durchchecken. Wir sagen dem Boß Bescheid. Du kannst ja nachher anrufen."

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